Gehirn, Stress und kardiovaskuläre Risiken

Anonim

Diejenigen, die gestresst sind, haben ein höheres Risiko für kardiovaskuläre Ereignisse. Es ist bekannt, dass die Beziehung zwischen den beiden Zuständen weniger klar ist. Bei Tieren regt Stress das Knochenmark an, weiße Blutkörperchen zu produzieren, eine Immunantwort, die eine Entzündung der Arterien verursacht. Und beim Menschen?

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Eine neue Studie, die jetzt in der maßgeblichen medizinischen Fachzeitschrift The Lancet veröffentlicht wurde, identifiziert zum ersten Mal den Hirnpfad, der Angst und Herz-Kreislauf-Erkrankungen verbindet: Es handelt sich um die Amygdala, eine alte Hirnregion, die Emotionen verwaltet, insbesondere Angst. Es ist genau seine Aktivierung, die eine abnormale Immunantwort stimuliert und folglich die Inzidenz von Herz-Kreislauf-Problemen erhöht.

Die Tests. Studien sind eigentlich zwei. Die erste Studie wurde von Ärzten des Massachusetts General Hospital (MGH) an 300 Patienten durchgeführt, die an Krebsvorsorgeprogrammen beteiligt waren. Alle Patienten erholten sich und hatten zum Zeitpunkt der Analyse keine kardiovaskulären Probleme.

Bei diesen Personen wurden diagnostische Untersuchungen - Positronenemissionstomographie (PET) und Röntgenbilder - mit Kontrastmitteln durchgeführt, um Entzündungen im Gehirn und in den Arterien festzustellen. In der Zeit nach dem Test hatten 22 Patienten kardiovaskuläre Ereignisse wie Schlaganfall, Herzinfarkt oder Ischämie.

Der Spion. Die Aktivierung der Amygdala war zuverlässig, um sowohl die Intensität als auch die Nähe der Ereignisse vorherzusagen: Diejenigen, die zum Zeitpunkt der Prüfungen stärker gestresst waren, hatten eine höhere Inzidenz von Störungen und waren auch früher betroffen.

Die zweite Studie der Icahn School of Medicine am Mount Sinai (ISSMS) in New York hat den gleichen starken Zusammenhang zwischen Stress auf Amygdala-Ebene, Entzündungen und kardiovaskulären Ereignissen bei 13 Personen mit posttraumatischer Belastungsstörung und dem Ganzen aufgezeigt bereits unter Berücksichtigung der Risikofaktoren der einzelnen.

Zusätzlich zur Hervorhebung einer starken Verbindung zwischen Herz und Gehirn könnte die Forschung dazu verwendet werden, die mit Stress verbundenen kardiovaskulären Risiken sowohl pharmakologisch als auch verhaltensbezogen zu verringern.