Kein Sex, wir sind Hightech

Anonim

Geschlecht: zwanzig oder dreißig Jahre werden nicht mehr benötigt, zumindest, um keine Kinder zu haben. Die traurige Vorhersage ist Hank Greely, ein Experte für Genetik und Neurowissenschaften an der Stanford University.

Nach Angaben des angesehenen Wissenschaftlers wird ein Paar innerhalb weniger Jahrzehnte einfach den Embryo auswählen, der ausgehend von seiner DNA, die direkt aus Stammzellen gewonnen wurde, in einem Reagenzglas hergestellt wird.

Image Sind die Kinder der Zukunft "Laborprodukte"? | Wikimedia Commons

Baby-Katalog. Die Auswahl, so Greely, wird es nicht nur ermöglichen, genetische Krankheiten und Missbildungen auszurotten, sondern wird sich schrittweise auf verschiedene Merkmale erstrecken: Augenfarbe, Körpergröße, Körpertyp und, warum nicht, intellektuelle Fähigkeiten.

Werden wir dann im Voraus die Intelligenz des ungeborenen Kindes bestimmen können? Laut Greely teilweise ja. Mit anderen Worten könnte es möglich sein, vorherzusagen, dass ein gegebener Embryo beispielsweise eine 60% ige Chance hat, einen bestimmten IQ-Bereich zu erreichen.

Zwischen Ethik und Science Fiction. Die ethischen Implikationen eines solchen Szenarios liegen auf der Hand: Es besteht die Gefahr, eine Gesellschaft zu schaffen, die der von Aldous Huxley in den 1930er-Jahren des letzten Jahrhunderts im Roman Die neue Welt vorgestellten entspricht. In der von Huxley erzählten dystopischen Zukunft sind Kinder "künstliche Produkte", deren Intelligenz und körperliche Eigenschaften sich nach der Arbeit richten, für die sie prädestiniert sind.

Unsere Zukunft wird nicht so dramatisch sein, aber DNA-Editing durch Techniken wie CRISPR und Embryoselektion ist heute Realität. Es geht nur darum, die Methoden zu perfektionieren, um den Kindern zunächst Paare zu ermöglichen, die nicht schwanger werden können.

Das Budget im Blick. Greely geht sogar noch weiter und sagt auf den Seiten von Quartz, dass die Verbreitung dieser Technologien enorme Einsparungen für die öffentliche Gesundheit ermöglichen und die Anzahl der Patienten drastisch reduzieren würde: Bis zu 3 Millionen Dollar für jeden Fall einer vermiedenen schweren Krankheit.

Greely kommt zu dem Schluss, dass die Akzeptanzrate dieser Technologien auf der ganzen Welt nicht gleich sein würde: Die USA und China wären wahrscheinlich fruchtbarer Boden, während Länder mit unterschiedlichen Kulturen und Traditionen "widerstandsfähiger" wären.

Und der Sex? Nur zu Erholungszwecken, zumindest bis eine Erfindung wie die Orgasmatic, die Woody Allen im Film Der Schläfer von 1973 vorausgesagt hat, sie völlig fremd macht.