Anonim

Verschiedene Politikwissenschaftler und Analysten haben Ströme von Tinte vergossen, um das Phänomen des Extremismus in der Politik zu analysieren. Jetzt warnen Wissenschaftler, dass auch ein merkwürdiger Faktor berücksichtigt werden muss: Langeweile. Wer sich anscheinend schnell langweilt, neigt dazu, in die Extreme zu springen, ganz gleich, ob er links oder rechts ist. Zu diesem Schluss kommen Forscher vom King's College London und der University of Limerick in Irland.

Wie konservativ bist du? Zunächst machten sie ein Experiment mit 97 Personen, die angeben mussten, ob sie sich für konservativ oder liberal hielten. Jedem wurde eine Aufgabe übertragen: langwierige Passagen über die Herstellung von Zement zu schreiben. Einige mussten ein Paar kopieren, andere ein Dutzend. Anschließend wurden die Teilnehmer gebeten, ihre politische Ausrichtung erneut zu beschreiben, diesmal jedoch auf einer Skala von 1 (sehr progressiv) bis 7 (sehr konservativ). Ergebnis: Diejenigen, die sich weniger gelangweilt fühlten, stellten sich als gemäßigter auf, während diejenigen, die die barbarischste Erfahrung gemacht hatten, eher "extremistisch" waren. Und das galt sowohl links als auch rechts.

Gib mir Sinn. Neben dem Experiment führten die Forscher auch zwei Umfragen durch: Daraus ging hervor, dass Menschen, die sich eher langweilen, eher zu extremen politischen Positionen neigen und Langeweile mit der Suche nach einem "Sinn des Lebens" verbunden ist. Und diese Bedeutung würde ihm genau die radikalsten Ideologien bieten, die Möglichkeit, Ideen (geräuschvoll) auszudrücken oder Teil einer politischen Gruppe zu sein. Eric Igou von der University of Limerick erklärt den zugrunde liegenden psychologischen Mechanismus: "Wir fühlen die Notwendigkeit, der existenziellen negativen Erfahrung der Langeweile mit Ideologien entgegenzuwirken, die dem Leben einen Sinn zu geben scheinen." Vielleicht, wenn einem jemand seine Ideen ins Gesicht schreit, weil er wirklich nichts Besseres zu tun hat.