Anonim

Spinnennetze sind nicht nur ein Mittel zur Gefangennahme: In manchen Fällen können sie zu einem effizienten Lufttransportmittel werden. Die Ballontechnik (vom englischen Wort für Ballonfahren) ist seit langem bekannt. Bestimmte Spinnenarten scheiden als Segel fungierende Seidenfäden aus, durch die sie angehoben werden und auch über große Entfernungen transportiert werden dürfen.

Herren der Luft. Nun haben einige deutsche Wissenschaftler diese ursprüngliche Form der Ausbreitung auf dem Territorium genauer untersucht und festgestellt, dass die Startvorbereitungen präzise und alles andere als zufällig sind. Sie platzierten 14 Krabbenspinnen (Gen. Xysticus) auf einer pilzförmigen Plattform im Lilienthal-Park, dem gleichen Park in Berlin, in dem der Luftfahrtpionier Otto Lilienthal (1848-1896) seine persönlichen Flugtests mit der ersten durchführte Segelflugzeug.

In einem separaten Experiment beobachteten die Forscher stattdessen die gleichen Spinnen in einem Miniaturwindkanal, in dem sie Temperatur und Luftströmungsgeschwindigkeit messen konnten. Sie können das Testmaterial in diesem wunderschönen Science-Video sehen (der Text wird nach dem Film fortgesetzt).

Sorgfältige Vorbereitung. Spinnen setzten ihre Segel nicht willkürlich aus. Vor dem Flug testeten sie die Windrichtung und -geschwindigkeit, indem sie zwei Beine 5-8 Sekunden lang anhoben. An kalten und windigen Tagen schützten sie sich auf einer Seite des Bahnsteigs, ohne abzuheben. Aber in den warmen und mit einer Brise von nicht schneller als 3 Metern pro Sekunde hoben sie den Bauch an und lösten ungefähr sechzig Seidenfäden. Sie bildeten eine dreieckige Leinwand, die sie dann benutzten, um sich vom Wind anheben zu lassen.

Die Studie in der Vorveröffentlichungsphase ist die erste, die zeigt, dass selbst Spinnen wie jeder gute Flieger, der sich selbst respektiert, die Wetterbedingungen schmecken, bevor sie sich einem Risiko aussetzen.