Anonim

Die Fähigkeit, die Gefühle der Mitmenschen zu übernehmen, ist kein menschlicher Ausschluss: Welche Tierart tut uns am besten? Unter den Primaten wohl die Bonobos (Pan paniscus).

Laut einer Studie, die in Proceedings der National Academy of Sciences veröffentlicht wurde, reagieren diese Cousins der hominiden Familie schneller als andere Menschenaffen auf die Emotionen ihrer Altersgenossen, insbesondere wenn positive soziale Verhaltensweisen wie Pflege oder Sex auf dem Spiel stehen.

Der Test. Forscher der Universität Leiden (Niederlande) gelangten zu diesem Ergebnis dank der Dot-Probe-Aufgabe, einem psychologischen Untersuchungsinstrument zur Messung der emotionalen Aufmerksamkeit. Während des Experiments werden den Tieren neutrale Bilder oder verschiedene Arten von Emotionen präsentiert. Das Foto wird dann durch die Gestaltung eines Punktes ersetzt, den die Probanden berühren müssen, um eine Belohnung zu erhalten. Die Geschwindigkeit, mit der die Tiere die Operation ausführen, ist ein Hinweis auf die Aufmerksamkeit, die sie dem vorherigen Foto gewidmet haben.

Positive Ansteckung. Die Bonobos zeigten im Vergleich zu Schimpansen, Orang-Utans und Gorillas eine schnellere Reaktion auf die emotionalen Bilder anderer Bonobos: den Spion der Fähigkeit, sich in ihre eigene Art hineinzuversetzen. Der Effekt zeigte sich deutlicher bei Bildern, die Schutz- oder "Gruppen" -Verhalten zeigten, wie z. B. Pflege, Paarung und infektiöses Gähnen. Fotos von stressigen oder aggressiven Situationen fanden weniger Beachtung.

Ähnlichkeiten. Bonobos leben wie Menschen in großen Gruppen, in denen sozialer Zusammenhalt überlebenswichtig ist. Daher muss man sich in Verhaltensweisen einfühlen, die die Interaktion zwischen Gleichaltrigen fördern. Die Situationen, die größeres Einfühlungsvermögen erregt haben, sind alle schützend oder förderlich für Gruppenbindungen: Das Gähnen kühlt das Gehirn und erhöht die Wachsamkeit; Sex und Pflege zementieren die Gruppe (die Bonobos sind, nicht überraschend, die einzigen Primaten neben dem Mann, die "frontale" sexuelle Beziehungen haben und sich mit der Zunge küssen).

Die Entdeckung bestätigt auch einige neuroanatomische Besonderheiten: Im Vergleich zu anderen Affen haben Bonobos mehr graue Substanz in der Amygdala und in der Insula, Gehirnstrukturen, die mit der Kontrolle von Emotionen verbunden sind.